ein jahr später

dies ist der schluss dieses blogs – er liest sich ja von unten nach oben. es ist jetzt ein jahr her, dass ich in japan war. viele wunderbare eindruecke, bilder, stimmungen sind geblieben, ich habe land und leute sehr gern bekommen. was weg ist: mein ‚japanisch’, das heisst, die 150 woerter, die ich vorgaengig gelernt hatte, weg sind auch die zeichen, die ich habe lesen und schreiben können.

irgendeinmal wird es weitere japanreisen geben, einmal in den norden, im herbst, zur zeit der farbigen baeume, und einmal in den fernen westen, dorthin wo die wunderbarste keramik gemacht wird, wo es viele vulkanwanderungen gibt und wo es, ganz im sueden, eine kleine, subtropische insel gibt, die man auf kuestenpfaden umwandern kann.

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shibuya-kreuzung

die betriebsamste kreuzung der welt… irre. im ersten stock in einem der umgebenden haeuser hats ein cafe, wo man sitzen und staunen kann. die kreuzung umfasst 9 fussgaengerstreifen. wenn die ampeln auf gruen schalten, ist es wie eine kunst-performance. ich habe gewusst, dass es gross ist, aber ich war perplex. auf fotos kann man das gar nicht richtig einfangen. sicher gibts youtube-videos dazu – wie von allem mittlerweile…

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mori

mori ist ein kunstmuseum von vielen in tokyo. moderne zeitgenoessische kunst. es befindet sich im 52. stock eines hochhauses im neuen quartier roppongi komplex.

 

die aktuelle ausstellung

man kann auch auf die dachterrasse, es ist ein superausblick. ich habe ueber das ausmass der haustechnik gestaunt. was es da alles an technik hat ist unglaublich – fast wie ein kunstprojekt fuer sich…

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nihonbashi

fuer liebhaber/innen von historischen romanene aus japan, zb den abenteuern von sano ichiro, 17 faelle/bande gibt es mittlerweile, hier bilder der nihonbashibruecke, wie sie sich heute praesentiert, eingeklemmt zwischen riesigen strassen, unter einer bruecke… hier war mal das zentrum des landes, alle distanzangaben im ganzen land gingen auf diese bruecke zurueck. und sano ichiro ritt mit seinen getreuen oft ueber diese bruecke, um seine faelle zu loesen.

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kyoto – schrein der tausend torii

fushimi-inari-schreinP1310312

was auf dem plan locker aussieht, ist ein kleine bergtour… immer wieder kommen neue bloecke von toriis, und es geht aufwaerts, wenn man den aufstieg durchlaeuft, hat man so 30 minuten bis zum top – wo man auch eine wunderbare aussicht auf kyoto hat. manchmal gibts nebenwege, mit toriis, manchmal werde sie doppelt gefuehrt. durch diesen spalier zu gehen ist ganz eigenartig, eine starke sache. ein torii ist die trennlinie zwischen der welt der menschen und der welt der goetter. alle schreine haben toriis, man betritt das gelaende eines schreins durch ein torii, dann waescht man sich haende und mund, geht zur glocke. man laeutet, dh man ruft den gott an, dann verneigt man sich, klatscht 2x, macht eine opfergabe – wirft geld in den bereitstehenden behaelter -, verneigt sich noch einmal und geht, oder man geht hinein und macht seine gebete.

frueher spendierten die reisbauern ein torii fuer gute ernten. als der reisanbau an bedeutung verlor, uebernahmen geschaeftsleute diese aufgabe – alle wichtigen und groesseren betriebe und unternehmungen haben da ihre torii gespendet.

es ist ein riesenbetrieb, in diesem schrein, massen von touristen, selfies auf schritt und tritt, dann all die laedeli, die food oder andenken verkaufen. in den topzeiten ein gedraenge wie am zibelemaerit. P1310357

aber je weiter man hinaufsteigt, desto weniger leute sind dabei, es geht naemlich ziemlich weit.

oben, unterwegs und unten sind die tausende von mini-schreinen der familien, hier wird der toten gedacht. zum teil sind das wie kleine staedtchen, mit gassen, treppen, durchgaengen, auf- und abstiegen, eine mischung zwischen faszination und chli gruselig, vorallem in der daemmerung – schreibt der lonely planet.

ich bin lange oben gesessen, im abstieg dann in einem beizli bei einer alten frau eine schuessel ramen – nudeln – gegessen. sobald man ein paar brocken japanisch spricht, tauen die leute auf, sind erfreut, es entstehen witzige begegnungen… die frau brachte mir am schluss ihr gaestebuch.

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shikoku

shikoku ist die grosse insel im sueden der hauptinsel honshu.

touristen hat es da kaum. es gibt etwas riverrafting auf fantastisch schoenen fluessen, da kommen vorallem australier (selten -innen), sonst wird die insel von japaner/innen besucht. rund um die insel gibt es einen pilgerweg mit 88 tempeln, um die 1300 km lang ist die strecke. einen teil davon hatte ich laufen wollen, aber mein knie machte nicht mit, so gabs nur einen tag, die ersten paar tempel… wenig leute laufen die pilgerstrecke, viele machen sie mit dem auto, ein paar wenig mit dem velo. pilger sind ganz in weiss und haben verschiedene utensilien bei sich: stab, buch, hut, tasche…

auch auf der insel ist das iya-tal, wun-der-bar, dieses tal. dichter mischwald mit viel bambus und unbekannten baeumen, teeplantagen, makaken (habe keine gesehen, sah aber fotos, wie sie auf der terrasse des hostels sassen), klarer fluss, abseits von der strasse nichts. einfach nichts. ich verbrachte da ein paar tage in einem hostel, eingerichtet in einem abgelegenen traditionellen haus. ich hatte einen tatami-raum mit papiertueren, die, wenn ich sie oeffnete, die sicht auf wald tal fluss gaben. traumhaft schoen. betrieben wird das hostel von riverrafting-volk, entspannten gastfreundlichen typen. oh we have lots of food and beer, please do join us… man nimmt den zug bis tosa iwahara und marschiert 20 minuten bergauf, dann ist man da.

von da aus gab es ein tagesausflug zur „vine-bridge“ und zum onsen im hotel kazurabashi – dem schoensten onsen, den ich besucht habe. die vine-bridge im iya-tal bei kazurabashi… ronin (herrenlose samurai), die sich etwas hatten zuschulden kommen lassen und raeuber hatten solche bruecken gebaut, sie waren bei gefahr blitzschnell zu kappen. sie waren/sind ganz aus lianen gebaut. es gibt noch zwei solcher bruecken, die eine eben in kazurabashi. alles 3 jahre werden sie neu gebaut.

und hier der onsen. im hotel hat es je ein maenner- und ein frauenbad, mit grossen fenstern, durch die man ins tal sieht. der clou ist der aussen-onsen. dafuer geht man auf eine hotelinterne mini-seilbahn, die bringt einen ca 100m in die hoehe. dort oben ist ein wahres bijou… organisiert wie ein tempelgarten, wunderbar gepflegt. ein maenner-, ein frauen- und ein gemischt-onsen, mit bachsteinen gemauert. daneben hat es ein teehaus, mit brennender feuerstelle. einfach wunderschoen alles.

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miyajima

 

miyajima – die schreininsel, gehoert zu den schoensten gegenden japans, sagen die reisefuehrer… mich duenkt, ich haette schoeneres gesehen. es ist unglaublich touristisch, und sobald das so ist, nimmt die freundlichkeit der leute ab. leider. aber begreiflich. in den gassen hinter dem tempel ist ein maerit ohnegleichen, und alle verkaufen ungefaehr das gleiche.

frueher war die insel heilig, die normalen leute durften die insel nicht betreten aber den tempel,  sie mussten mit einem schiff direkt auf das tempelgelaende, und da man einen tempel durch das torii betritt, bauten sie dieses torii im wasser auf. bei ebbe steht es auf sand, bei flut scheint es auf dem wasser zu schweben. und ueberall hat es massen von frechen rehen, die einem in den plastiksack beissen…

man ereicht die insel ab hiroshima, mit zug und faehre. ich habe einfach einen tagesausflug von hiroshima aus gemacht.

in miyajima gibts auch ein aquarium. einige sachen sind sehr schoen, eindruecklich, sie erklaeren auf gute art, andere sachen bedruecken einen… delphine in einem betonbecken zum beispiel, das tut einfach weh… oder tiere, die in ihrem wasserkaefig kaum platz haben.

auf dem meer hatte ich so bambusflosse gesehen und mir keinen reim darauf machen koennen… jetzt begriff ich – austernzucht.

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